ELECTRIC UNICYCLE

 TeamGee Tg-T3  Rockwheel GP14  Gotway MCM2s  Rockwheel GT16

Allgemeines

Elektrische Einräder oder auch EUC (engl."electric unicycle") sind im Grunde genommen das kompakteste ernsthafte Fortbewegungsmittel der Welt. Anders als z.B. Hoverboards oder Elektroskateboards sind diese auf nahezu jedem Terrain einsetzbar, während die Reichweite und Geschwindigkeit vor allem in Bezug zur Grösse mit nichts anderem vergleichbar ist. Abgesehen natürlich von den Einsteigermodellen - die sind eher noch als Spielzeug einzukategorisieren und bestenfalls zum Lernen zu gebrauchen. Der Spassfaktor ist zwar erstmal vorhanden, das lässt aber spätestens dann nach wenn man ständig von Radfahrern überholt wird weil man für die nur ein Verkehrshindernis ist.

Technisches

Technisch gesehen ist es am ehesten ein "umgedrehtes Segway" - EIN Rad mit ZWEI aussenliegenden Trittflächen. Im eingeschalteten Zustand versucht es sich immer mittels Gyroskopsensor vertikal zum Erdmittelpunkt auszurichten. Wenn man sich also draufstellt und leicht nach vorne neigt versucht es dem entgegenzusteuern also sich wieder aufzurichten indem das Rad nach vorne rollt. Man befindet sich somit im ständigen Fall nach vorne, den das Rad mittels Sensor und Motorkraft durch Gegenrollen abfängt. Die Beschleunigung erfolgt durch Gewichtsverlagerung nach vorne und das Bremsen dementsprechend nach hinten.

Rechtliches

Ohne PKW Führerschein UND Versicherung ist es bei uns in Deutschland verboten damit in der öffentlichkeit zu fahren und wird als Straftat behandelt! Mit PKW Führerschein UND Versicherung ist es zwar immernoch verboten, man befindet sich allerdings in einer rechtlichen Grauzone und hat maximal eine Ordnungswidrigkeit begangen, die jedenfalls ist nicht strafbar und man kommt schlimmstenfalls mit einer Geldbusse davon. Allerdings kann es sein, das man trotzdem je nach Vorwurf einen Anwalt benötigt um beispielsweise Punkte oder einen Führerscheinentzug abzuwenden, der natürlich weitere Kosten verursacht. Als kleine Rechtslektüre empfehle ich an dieser Stelle die Einstellungsanregung meiner Anwältin, die mir damit einen Prozess erspart hat: mit Monowheel und Hoverboard unterwegs im öeffentlichen Verkehrsraum.
Desweiteren empfehle ich hierzu als Pflichtlektüre das Gutachten von Professor Lambert Grosskopf: Verkehrsrechtliche Einordnung von einrädrigen selbstbalancierenden Fahrzeugen Hier muss man sich allerdings registrieren und bekommt das Gutachten dann 1-2 Tage später per e-Mail zugesandt - aber wenigstens ohne anschliessende Spam Belästigung.



Tips

  • Schutzkleidung
Habe ich ja bereits erwähnt und kann's nur nochmal betonen. Selbst wenn man mit langsamer Geschwindigkeit unterwegs ist kann man sich trotzdem in einer unerwarteten Situation jederzeit "unglücklich auf die Fresse legen".

  • No Noname
Es werden einige wirklich billige Einräder angeboten die keine "Markenware" sind. Diesen Fehler habe ich 1x gemacht als ich auf ebay €110,- für ein gebrauchtes Noname-Rad in den Sand gesetzt habe um damit 1x zur Arbeit und zurück zu fahren. Es war mit einem grottenschlechten Algorithmus ausgestattet, der das Fahren sehr unkomfortabel machte. Jedesmal wenn man die Höchstgeschwindigkeit von ca.16Km/h erreicht hatte und die "Tiltback Funktion" eingesetzt hat, die soft abbremsen sollte, gab es einen "kraftlosen Totpunkt" während man leicht nach vorne geneigt auf dem Rad stand. Das hat dazu geführt das ich ständig das Gefühl hatte gleich vornüberzukippen und beim Bremsen ebenso - aber nach hinten. Jetzt liegt es zerlegt im Keller weil letztenendes nur der Reifen brauchbar war.

  • Echte Marken
Wenn ich oben sage "No Noname" muss ich hier wenigstens mal die bekannten Markenhersteller aufzählen: Ninebot(Segway), Kingsong, Inmotion, Gotway, Rockwheel, Airwheel und IPS.

  • Viel hilft Viel
Finger weg von allem unter 800W (ausser wenn es für ein Kind ist). Die Motorleistung wird nicht einfach nur für die Geschwindigkeit benötigt, sondern um Dich sicher durch Schlaglöcher und über Bordsteine oder abrupte Bodenwellen zu bringen. Wenn man mehr wie 50Kg wiegt muss einfach genügend Power da sein um eine erfolgreiche Wiederaufrichtung gewährleisten zu können falls man bei voller Fahrt für den Bruchteil einer Sekunde in einem Schlagloch stecken bleibt und den "center of gravity" verliert.

  • Akku Voltage
Es werden hauptsächlich Einräder mit 67v und 84v Technik angeboten. 84v Modelle sind meist etwas teurer aber besser. Je höher die Spannung(V) ist desto weniger Ampere(A) müssen über die Stromleitungen und über das Motherboard zum Motor fliessen. 67v Modelle werden vor allem bei starker Beanspruchung heisser und laufen eher Gefahr das Leistungsendstufen durchbrennen oder sogar Lötstellen und Kabelisolierungen schmilzen - 84v Modelle hingegen sind diesbezüglich weniger anfällig weil sie etwas weniger Hitze produzieren. Aber auch die können natürlich ziemlich warm werden.

  • Akku Lebensdauer
Der Akku ist das teuerste Teil am Einrad und je mehr Wattstunden (Wh) desto kostspieliger - man sollte ihn möglichst nicht komplett leerfahren aber man sollte ihn auch nicht immer komplett aufladen. Um die Lebensdauer zu maximieren kann man sich einen "Charge Doctor" besorgen der den Akku nur zu etwa 80% auflädt. übrigens: Akkus machen in der kalten Jahreszeit früher schlapp. Wenn man im Sommer mit dem vollen Akku 30Km weit kommt so kann es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt deutlich weniger sein als die hälfte - man könnte denken der Akku sei kaputt, aber im nächsten Sommer wird alles wieder normal sein.